motorradelbsandstein.de
Motorrad fahren im Elbsandsteingebirge Elbsandsteingebirge

Motorradregion Elbsandsteingebirge8 Strecken

Motorrad fahrenim Elbsandsteingebirge

Der Motorrad-Guide im Elbsandsteingebirge: die besten Strecken, Touren, Streckensperrungen, Sehenswürdigkeiten und Anreise.

Das Elbsandsteingebirge zieht sich beiderseits der Elbe zwischen Pirna in Sachsen und Děčín in Nordböhmen hin, ein Mittelgebirge aus Sandstein von rund 700 Quadratkilometern. Es gliedert sich in einen deutschen und einen tschechischen Teil: die Sächsische Schweiz nördlich, die Böhmische Schweiz jenseits der Grenze. Hoch ist es nach Alpenmaßstab nicht. Der höchste Gipfel, der Děčínský Sněžník (Hoher Schneeberg) auf tschechischer Seite, misst 722,8 Meter; auf sächsischer Seite bleiben der Große Zschirnstein mit 562 und der Große Winterberg mit 556 Metern die Spitzen. Was das Revier ausmacht, sind nicht die absoluten Höhen, sondern die Reliefsprünge: freistehende Tafelberge und Felswände, die zweihundert Meter und mehr senkrecht über dem Fluss stehen.

Motorradfahren im Elbsandsteingebirge

Die Hauptachse für alles, was auf zwei Rädern anreist, ist die B172. Sie folgt der Elbe von Pirna über Königstein und Bad Schandau bis Schmilka an der Grenze und geht dort in die tschechische Silnice I/62 Richtung Děčín über. Der erste Abschnitt läuft über die Hochfläche der Struppener Ebenheit, ab Königstein taucht die Straße ins Tal und bleibt bis zur Grenze am Wasser. Es sind kaum dreißig Kilometer von Pirna bis Schmilka, die Achse ist also kurz, aber sie legt das ganze Gebirge frei: rechts und links steigen die Sandsteinriffe auf, dazwischen liegt der breite, ruhige Strom.

Wer Serpentinen und Passhöhen im alpinen Sinn sucht, ist hier falsch. Das Elbsandsteingebirge fährt sich als Folge von Talstraßen und Hochflächen. Die geschlossenste Kurvenstrecke ist das Kirnitzschtal: Die Staatsstraße S165 begleitet den Bach von Bad Schandau flussaufwärts bis nach Hinterhermsdorf, eng, schattig, jeder Biegung des Wassers folgend, daneben die historische Kirnitzschtalbahn, die seit 1898 auf Meterspur durch das Tal fährt. Der Bach selbst legt gut 45 Kilometer aus dem böhmischen Bergland zurück, ehe er bei Bad Schandau die Elbe erreicht. Auf den Hochflächen nördlich der Elbe, um Hohnstein, Sebnitz und Neustadt, wechseln Wald und Feld, die Straßen laufen welliger und offener. Daraus ergibt sich ein Gegensatz, den man an einem Tag mehrfach durchfährt: enges, feuchtes Felsental hier, luftige Kammfläche dort.

Prägend ist, dass der Kern des Gebirges für Fahrzeuge tabu bleibt. Der Nationalpark Sächsische Schweiz, gegründet am 1. Oktober 1990 und 93,5 Quadratkilometer groß, besteht aus zwei getrennten Flächen; knapp ein Viertel davon sind Kernzonen, die der Natur überlassen bleiben. Durch dieses Innere führt keine Durchgangsstraße. Man fährt also nicht über das Gebirge, sondern an seinen Rändern und durch seine Täler, das Motorrad bringt einen an den Fuß der Felsen, den Rest besorgt man zu Fuß. Genau das gibt dem Revier seinen Rhythmus: kurze Etappen, dichte Stopps, immer wieder Absteigen und Aufsteigen.

Motorradfahren im Elbsandsteingebirge

Die Kulisse dafür liefern die Tafelberge. Der Lilienstein mit 415 Metern, der einzige Tafelberg rechts der Elbe und das Wahrzeichen des Nationalparks, steht im großen Elbbogen bei Königstein; ihm gegenüber trägt der Königstein die gleichnamige Festung, deren Plateau 240 Meter über dem Fluss liegt. Dazu der Pfaffenstein bei Pfaffendorf mit 434 Metern und der schlanken Felsnadel Barbarine, die Bastei über Rathen, deren Sandsteinriff rund 190 Meter über der Elbe aufragt, und weiter östlich die Schrammsteine und Affensteine der hinteren Sächsischen Schweiz. Jeder dieser Punkte ist von der Straße aus in Sichtweite und mit kurzem Anstieg erreichbar, keiner davon wird angefahren, alle werden erwandert.

Ein eigener Charakterzug ist die trennende Wirkung der Elbe. Die B172 und die meisten Orte liegen links des Flusses, ein Teil der bekanntesten Ziele aber rechts: der Lilienstein, die Bastei und der zu ihren Füßen liegende Kurort Rathen. Dort endet für das Motorrad die Straße. Der verkehrsberuhigte Ortskern von Niederrathen liegt am rechten Ufer, übergesetzt wird mit der historischen, denkmalgeschützten Gierseilfähre „Bergland", die ohne Motor allein durch die Strömung quert. Solche Elbquerungen gehören zum Fahren in der Region dazu: Man plant nicht nur die Straße, sondern auch die Uferseite, auf der das nächste Ziel liegt, und stellt das Rad dort ab, wo der Fels beginnt.

Nach Süden öffnet sich die böhmische Seite. Von Schmilka bleibt man an der Elbe, quert bei Hřensko die Grenze und ist mitten in der Böhmischen Schweiz, dem engeren, wilderen Teil desselben Sandsteins, in dem die Kamnitzklamm und das mächtige Felsentor Prebischtor liegen. Für die tschechische Seite braucht das Motorrad keine Autobahn-Vignette: Einspurige Fahrzeuge sind von der Maut befreit, und die Elbstraße nach Děčín ist ohnehin eine gebührenfreie Fernstraße. Der Übergang ist unauffällig, das Gestein bleibt dasselbe, nur die Ortsschilder wechseln die Sprache.

Sandstein-Tafelberge am Horizont über abgeernteten Feldern
Die Sandstein-Tafelberge prägen den Horizont

Fahrtechnisch trägt das Revier von Frühjahr bis Herbst am besten. Die Höhenlage ist moderat, echte winterliche Passsperren kennen die Hauptachsen nicht; im Tal steht morgens oft Nebel über der Elbe, der sich über den Vormittag hebt und die Felsen freigibt. Wer das Elbsandsteingebirge als reines Kilometerfressen begreift, wird es unterschätzen: Die Strecken sind nicht lang und nicht spektakulär steil. Der Reiz liegt in der Dichte, im ständigen Wechsel aus Flusslauf, senkrechtem Fels und Wald auf kleinstem Raum, und darin, dass hinter fast jeder Talkurve ein Stopp wartet, an dem sich das Absteigen lohnt. Es ist ein Revier für kurze Tage mit vielen Halten, nicht für die große Distanz.

Dein Elbsandsteingebirge-Guide

Beliebte Touren im Elbsandsteingebirge

Elbsandsteingebirge und Schlesien
250 km

Elbsandsteingebirge und Schlesien

Auf dieser Tour geht es durch das Elbsandsteingebirge auf der deutschen und tschechischen Seite.

Elbsandsteingebirge

Elbsandsteingebirge

Deutschlands wilder Osten dürfte sicher jeden begeistern. Immerhin gibt es dort und bei den tschechischen Nachbarn genug Kurven und ein unverwechselbares Landschaftsbild.

Elbe-Tour I & II

Elbe-Tour I & II

Teil eins der Elbe-Tour führt vom Weserbergland über den Harz nach Riesa und folgt dann dem Strom durch Sachsen und Tschechien bis ins Riesengebirge, wo sich nahe Spindlermühle, die Quelle der Elbe findet. Teil zwei der Elbe-Tour führt von…

Alle 8 Elbsandsteingebirge-Touren mit Karte und GPX-Track im Tourenportal von Motorrad & Reisen.Motorradtouren im Elbsandsteingebirge mit GPX-Tracks

In der Nähe

Benachbarte Motorradregionen – weitere Strecken-Guides aus dem Netzwerk:

Motorrad Erzgebirge Motorrad Zittauer Gebirge Motorrad Thüringen